Facebook Leitfaden für den Einzelhandel - Teil 2

Teil 2 – Facebook Tutorial für den Einzelhandel – Facebook Profil einrichten

Das Internet und damit auch Facebook, ist kein rechtsfreier Raum. Das gilt insbesondere für Personen, welche geschäftlich auf Facebook aktiv werden wollen. Ob eine Seite für das Geschäft angelegt oder ob Werbung gemacht werden soll, an einem persönlichen Profil auf Facebook geht kein Weg vorbei. Es gibt bei der Anlage des persönlichen Profils einige Möglichkeiten, insbesondere bei der Absicherung, die in diesem Beitrag erwähnt werden.

Keine Angst vor Facebook – wissen was man tut

Für viele Unternehmer und Ladeninhaber mit denen ich sprach, ist Facebook eine spannende Möglichkeit etwas für das Geschäft zu tun. Sie hatten jedoch Bedenken, sich als Person bei Facebook anzumelden. Die Bedenken bestehen insbesondere wegen der meist unbegründeten Befürchtung, Informationen würden öffentlich, die nicht öffentlich werden sollen. Diese Bedenken sind tatsächlich unbegründet.

Jeder Facebook-Nutzer entscheidet für sich, welche Daten Facebook selbst erhält und welche Informationen in Facebook zu sehen sein werden. Zudem ist es nicht zwingend notwendig mit dem persönlichen Facebook-Profil aktiv zu sein, wenn man eine Facebook-Seite für das Unternehmen betreiben möchte. Wenn man weiß, wie man Facebook als Privatperson konfiguriert, einstellt und nutzt, steht einer Anmeldung nichts im Wege.

Muss ich ein Facebook-Profil haben, wenn ich eine unternehmerische Facebook-Seite betreiben will?

Ja. Es ist auch nachvollziehbar, denn eine Facebook-Seite ist eine Unternehmens-Präsenz auf Facebook. Und Unternehmen haben Ansprechpartner bzw.  haftende Personen. Facebook-Seiten können nur von Personen angelegt werden und daher ist es zwingend notwendig, ein Personenprofil vorher anzulegen.

Was muß ich als Geschäftsinhaber bei der Anlage eines Facebook-Profils beachten?

Facebook sagt in der Onlinehilfe eindeutig, dass der echte Name bei der Anlage eines Facebook-Profils zu verwenden ist. Ein echter Namen liegt für Facebook vor, wenn er genau wie bei der Registrierung im Ausweis steht. Zudem wird klar ausgedrückt, dass Profile nur für Menschen sind. Für Unternehmen gibt es Facebook-Seiten.

Die Anlage eines Facebook-Profils, etwa unter dem Namen „Floristik Huber“, widerspricht den Nutzungsbedingungen und wird auch tatsächlich von Facebook gelöscht, wenn es gefunden wird.

Bei Facebook als Person registrieren

Sofern noch nicht geschehen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt um sich bei Facebook als Benutzer zu registrieren. Der Vorgang ist ganz einfach und geht schnell. Auf www.facebook.com wechseln, Angaben in die Eingabemaske übertragen und auf „Registrieren“ klicken.

Bei Facebook registrieren

 

Wenn schon eine Registrierung durchgeführt wurde, kann man sich oben rechts mit seinem Benutzernamen und Kennwort anmelden.

Willkommen im eigenen Facebook-Profil. Was kommt als nächstes?

Nach erfolgreicher Registrierung und Anmeldung erscheint das eigene Facebook-Profil. Wenn Freunde hinzugefügt werden sollen, dann ist es ratsam das eigene Profilbild und ein Titelbild hinzuzufügen. Dadurch wird man von Freunden besser erkannt. Facebook bietet die Möglichkeit an, durch Klick auf die beiden Kamerasymbole ein entsprechendes Bild hochzuladen.

Facebook Profilbild bearbeiten

Bitte nicht vergessen! Hier ist das persönliche Profil, hier hat das Ladengeschäft oder das Firmenlogo nichts zu suchen. Das kommt später zum Einsatz. Hier geht es nur um die Person.

Entscheidungsfrage: Willst Du Facebook als Privatperson mit oder ohne Freunde nutzen?

Für diejenigen, die hauptsächlich eine Facebook-Seite für das Geschäft betreiben wollen, gibt es eine gute Nachricht. Es ist möglich, das Profil nahezu unsichtbar zu machen. Dadurch wird das Profil kaum bei Facebook gefunden und es werden keine Freundschaftsanfragen von irgendwelchen Leuten kommen. Die schlechte Nachricht ist, dass dadurch auch Möglichkeiten verloren gehen, die später zu erstellende Facebook-Seite bekannt zu machen.

Nächstes Mal schreibe ich ausführlich über die Facebook-Seiten aber soviel sei vorweggenommen: unmittelbar nach der Anlage einer Facebook-Seite können die Facebook-Freunde darüber informiert werden. Man kann Freunde so einladen, dass diese gleich „gefällt mir“ drücken und die Seite einen neuen Leser gewinnt. Aber ohne Freunde im Profil kann man auch niemanden einladen.

Facebook mit Freunden zu nutzen macht in jedem Fall Sinn. Es obliegt jedem selbst zu entscheiden, wie intensiv man das machen möchte. Facebook selbst stellt alles zur Verfügung, damit es mit Familie, Freunden, Kunden usw. gemeinsam benutzt werden kann ohne, dass irgendwas falsch ankommt. Wie das geht, beschreibe ich weiter unten.

Privatsphäre und andere Einstellungen bei Facebook konfigurieren

Unabhängig von der Intensität mit der Facebook betrieben wird, empfiehlt es sich, bestimmte Einstellungen bezüglich der Privatsphäre zu kennen und so einzurichten, wie es den persönlichen Vorstellungen entspricht. Gerade bei neuen Profilen sind die Einstellungen nicht sehr restriktiv denn Facebook hat natürlich ein Interesse, dass die Benutzer so viel wie möglich kund tun.

Privatsphäre-Einstellungen

Klicke auf das kleine Dreieck, oben rechts in der Statusleiste, ganz rechts außen. Im Dropdown-Menü auf „Einstellungen“ klicken. Facebook zeigt die Übersicht aller Einstellungen. In der linken, senkrechten Navigation auf „Privatsphäre“ klicken. Dort gibt es in drei Abschnitten mehrere wichtige Einstellungen:

Privatsphäre bei Facebook einrichten

Wer kann meine Inhalte sehen?

Die Einstellung „Freunde“ zeigt standardmäßig jeden Post allen Freunden, die Du bei Facebook hast. Außer denjenigen Personen, denen Du bei der Freundschaftseinstellung das Attribut „Eingeschränkt“ gegeben hast. Personen mit dem Attribut eingeschränkt können nur Postings sehen, die Du als „Öffentlich“ postest. Im Auswahlfeld erscheinen alle von Facebook angebotenen Freundeskategorien. Wenn Du eigene Listen erstellt hast, dann werden diese auch hier angeboten. Die hier getroffene Auswahl ist sozusagen der Standard für neue Inhalte. Die Sichtbarkeit kann dennoch für jeden Post individuell beim Erstellen geändert werden.

Es ist empfehlenswert hier „Freunde“ als Standard zu verwenden. So können neue Beiträge nicht versehentlich öffentlich gemacht werden.

Wenn Dich jemand anders auf Facebook „erwähnt“, dann spricht man vom markiert werden. Alle Beiträge oder Fotos auf denen Du markiert wurdest, lassen sich mit dem Aktivitätenprotokoll einsehen. Alle Beiträge lassen sich auch im Nachhinein in der Sichtbarkeit bearbeiten oder auch ganz löschen. So kann man auch zu einem späteren Zeitpunkt eventuelle unliebsame Beiträge aus der eigenen Chronik entfernen.

Wer kann mich kontaktieren?

Grundsätzlich kann man auf Facebook gefunden werden, wenn man sich mit seinem richtigen Namen angemeldet hat. Allerdings lassen sich Freundschaftsanfragen etwas begrenzen. Entweder lässt man zu dass jeder eine Freundschaftsanfrage schicken darf, oder man beschränkt diese auf Freunde der eigenen Freunde. Dadurch wird der Kreis begrenzt. Wenn man keinen Wert auf Freundschaftsanfragen Unbekannter legt und nicht viele Freunde auf Facebook hat, kann man vermutlich ohne eine Anfrage auf Facebook unterwegs sein.

Die Nachrichtenfilter beziehen sich auf die Informationen, die im Bereich „Nachrichten“ von Facebook angezeigt werden. Mit der Einstellung „Strenges Filtern“ erhält man deutlich weniger Nachrichten, da viele automatisch in den Ordner „Sonstige Nachrichten“ wegsortiert werden. Dieser Bereich wird erfahrungsgemäß gerne übersehen. Die einfache Filterung ermöglicht einen guten Nachrichtenaustausch mit seinen Freunden und sollte daher auch gewählt werden.

Wer kann nach mir suchen

Hier finden sich einige Stellschrauben mit denen Stalkern, Paparrazzi, Eltern und Chefs das Leben schwerer gemacht werden kann. Wenn jemand die E-Mail Adresse kennt, kann er nach demjenigen auf Facebook suchen. Zumindest wenn die Einstellung an dieser Stelle auf „Alle“ steht. Wählt man die Einstellung „Freunde“ oder „Freunde von Freunden“ wird der Kreis deutlich beschränkt.

Genau das gleiche kann mit der Telefonnummer gemacht werden. Auch diese kann als Suchkriterium verwendet werden. Durch die Einstellungen wie bei der E-Mail Adresse kann der Kreis derer, die das machen dürfen, deutlich eingeschränkt werden.

Die letzte Suchmöglichkeit bezieht sich nicht auf Menschen sondern auf Suchmaschinen. Wer das Häkchen hier setzt erlaubt es Suchmaschinen wie Google oder Bing auf das Facebook-Profil zuzugreifen und als Link in den Suchergebnissen anzuzeigen. Wer bei Google und Co. eher unter dem Radar unterwegs sein möchte, sollte das nicht gestatten. Soziale Netzwerke werden immer wichtiger und vielleicht suchen Menschen bald nicht mehr nach Telefonnummern oder Adressen, sondern nach Profilen in sozialen Netzwerken. Da wäre es wiederum gut, wenn man mit seinem Facebook-Profil bei den Suchmaschinen zu finden ist.

 

Poste auf Facebook nur das öffentlich, was Du auch der Bildzeitung erzählen würdest

Facebook macht manchen Menschen Angst. Sie glauben irrtümlicherweise, Facebook würde spionieren und Daten veröffentlichen. Das ist natürlich falsch. Jeder entscheidet selbst, was er in seinem Facebook-Profil von sich preisgibt. Was da nicht steht, weiß Facebook auch nicht. Auch ist jeder Herr über seine Postings. Was Du nicht selbst in Facebook veröffentlichst, steht da auch nicht.

Es kann jedoch „Unfälle“ geben. Wenn eine Facebook-Statusmeldung, die eigentlich an enge Freunde gehen sollte, öffentlich zu lesen ist. Das ist nicht die Schuld von Facebook, da hat der Benutzer nicht die richtigen Einstellungen beim posten gewählt. Um diese Unfälle zu vermeiden, sollte man sich angewöhnen nichts, egal an wen, zu posten was in irgendeiner Weise Ruf schädigend sein kann. Auch nicht an enge Freunde.

Statusmeldungen, Bilder, Videos und Nachrichten – alles gehört Facebook

Facebook selbst weist ausdrücklich darauf hin, dass hochgeladene Inhalte der Plattform gehören:

Für Inhalte, die durch Rechte am geistigen Eigentum geschützt sind, wie Fotos und Videos (IP-Inhalte), erteilst du uns ausdrücklich nachfolgende Genehmigung, vorbehaltlich deiner Einstellungen für Privatsphäre und Apps: Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst; es sei denn, deine Inhalte wurden mit anderen geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht.

Das bedeutet das Inhalte welche besonderen Urheberschutz bedürfen, keinesfalls auf Facebook gepostet werden dürfen. Beispielsweise übertragen Fotografen Facebook das Nutzungsrecht ihrer hochgeladenen Bilder. Auch hier sollte man überlegen, was man im Netzwerk postet und was nicht.

Mit Facebook-Listen Familie, Freunde, Kunden, Lieferanten mit dem persönlichen Profil ansprechen

Wenn man sich entschieden hat auf Facebook auch mit einem persönlichen Profil unterwegs zu sein, dann ist es oft nicht weit, bis alle möglichen Familienmitglieder, Freunde und auch Kunden anklopfen und sich verbinden möchten. Das ist auch gut so.

Damit man die Kontrolle behält, welche Inhalte von wem zu sehen sind, gibt es in Facebook die Möglichkeit sogenannte Freundes-Listen anzulegen. Bei einer zu veröffentlichenden Statusmeldung kann dadurch der Empfängerkreis genau definiert werden. Mit den Listen „Familie“, „Enge Freunde“, „Kunden“ ist man gut aufgestellt. Einige Listen bietet Facebook selbst an:

Enge Freunde – die Liste für die besten Freunde. Sie sehen deine Meldungen und Du selbst bekommst mehr von ihnen zu sehen

Bekannte – Freunde deren Neuigkeiten weniger oft von Dir gesehen werden sollen.

Eingeschränkt – Alle Nutzer dieser Liste können nur lesen, was Du öffentlich postest

Facebook erklärt selbst ausführlich, wie man eine neue Liste erstellt um Freunde zu organisieren oder wie man Freunde einer Liste hinzugefügt oder von der Liste gelöscht werden.

Facebook Sicherheitstipps

Zwei Punkte für mehr Sicherheit auf Facebook

Nachfolgend zwei wichtige Einstellungen, die für mehr Sicherheit im Umgang mit Facebook sorgen. Wechsle dazu zu den Einstellungen nud wähle links den Reiter „Sicherheit“

Anmeldungswarungen – Lasse Dich benachrichtigen, wenn sich jemand über ein neues Gerät oder Browser bei Facebook anmeldet. So kannst Du sofort etwas unternehmen, wenn Dein Facebook Account gehackt wurde. Hier findest Du erste Hilfe bei einem gehackten Facebook-Account

Anmeldebestätigungen – Häkchen setzen. Dann wird jedes Mal bei einem Zugriff auf das Facebook-Konto von einem unbekannten Browser ein Sicherheitscode angefordert. Diesen kannst Du Dir via SMS auf das Handy schicken lassen. Ein wenig mehr Aufwand aber eine wirkungsvolle Absicherung des Kontos.

Fazit

Facebook ist toll. Es spricht nichts gegen die private Nutzung als Geschäftsinhaber. Es ist sinnvoll, sich zu Beginn über einige Einstellungen Gedanken zu machen. Wenn man Facebook bewusst und richtig verwendet, kann man kontrollieren was passiert.

Nützliche Links auf Facebook

Facebook Nutzungsbedingungen allgemein

Listen erstellen und verwenden

Sicherheitstipps von Facebook 

 

 

 

 

 

Torsten

Gründer und Inhaber der Internetagentur numero2, zertifizierter Social Media Manager und Social Media Enthusiast. Verfügbar auf (fast) allen Social Media Plattformen. Spezialist für digitales Marketing und Kampagnen.

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