Facebook Graph Search – kein großer Wurf

Analysten, Nutzer und Kritiker haben dem vergangenen Dienstag entgegengefiebert- Facebook Chef Mark Zuckerberg lud zu einer Präsentation neuer Produkte ein. Im Vorfeld brandeten die Erwartungen hoch. Von Werbemöglichkeiten für Aktionäre bis hin zum Facebook Smartphone ging die Bandbreite der zu erwartenden Neuigkeit.

Facebook stellt eine neue Suche vor

Was Mark Zuckerberg verkündete war aus meiner Sicht keine bahnbrechende Neuerung, sondern eher die endlich notwendige Korrektur einer bis dahin fast nutzlosen Funktion: der internen Suche auf Facebook. Wie gewohnt präsentierte Mark Zuckerberg die Neuerungen und erläuterte das neue Konzept des Graph Search.

Facebook Graph Search

 

Die Neuerung ist aktuell noch nicht implementiert und auf der Webseite www.facebook.com/about/graphsearch erfährt etwas über die Funktionsweise, kann Beispiele sehen und sich für die noch nicht abgeschlossene Betatestphase registrieren. Bei der Umsetzung der Suche arbeitet Facebook mit Microsoft zusammen. Daraus eine Kampfansage an Google abzuleiten dürfte verfrüht sein, denn es handelt sich um eine interne Suche, welche ausschließlich Facebook Nutzern zur Verfügung stehen wird.

Kaufbare Suchergebnisse sind  nicht ausgeschlossen

Mark Zuckerberg schloss nicht aus, dass es nach der Einführung des Graph Searchs kaufbare Suchergebnisse geben wird. Diese könnten eventuell als „Sponsored Search Results“ eingeblendet werden. Eine weitere Möglichkeit der Monetarisierung wäre eventuell die Einblendung von Bing Anzeigen. Das würde auch das Microsoft Engagement erklären und für den ewigen Suchzweiten eine neue Möglichkeit darstellen.

Wer braucht den Graph Search?

Aktuell liefert Facebook Graph Search Antworten auf Fragen innerhalb der eigenen Facebook Freunde. Aktuell kann Graph Search Fragen beantworten wie:

  • „Freunde, die in meiner Stadt wohnen“
  • „Restaurants in Berlin, die meine Freunde besucht haben“
  • „Fotos von meinen Freunden in New York“
  • „Personen, die gerne Fahrrad fahren“

und so weiter. Durch den Facebook Graph Search wird die zwischenmenschliche Kommunikation weiter digitalisiert und zu Facebook ausgelagert. Aus Facebook Sicht ein logischer Schritt.

Facebook Graph Search ist kein Kommunikationsplus

Die neue Suche wird kein großer Wurf für die Kommunikation zwischen Menschen. Habe ich früher meine Freunde gefragt und persönlich getroffen um Informationen zu erlangen, soll in Zukunft der Graph Search die Antworten liefern. Die Antworten, die gegeben werden, sind gefiltert. Denn auch meine Freunde werden nicht alles was sie wissen auf Facebook posten. Facebook erzieht somit dazu, mit von Facebook gefilterten Antworten zufrieden zu sein statt im Dialog mit Menschen Antworten zu erlangen.

Abgesehen davon handelt es sich um meine Freunde. Da muss ich Facebook nicht fragen, wer davon in meiner Stadt wohnt ….

 

 

3 Gedanken zu “Facebook Graph Search – kein großer Wurf

  1. Es geht doch hier nicht NUR um Freunde, sondern um „Personen“ (siehe Screenshots). Man kann mit Graph Search doch alles abfragen, was Personen öffentlich machen („Personen, die gerne Tennis spielen und in der Nähe wohnen“).

    Der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt und ich wette der Knaller wird „Frauen, die Single sind und in meiner Stadt wohnen und die gleiche Musik hören wie ich“) etc.

  2. „Die neue Suche wird kein großer Wurf für die Kommunikation zwischen Menschen“? Wirklich?! Das ist Schwachsinn, genau so kann man dagegen sagen: Gerade weil ich zufällig mehr über die Leute weiß, kann ich mich auch mehr mit ihnen Unterhalten. Das wichtige ist, dass die Suche mehr bringt als vorher. Das ist doch etwas positives. Zwischenmenschliche Kommunikation wird wohl kaum unter einer bessere Suchfunktion leiden.

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