10 Key Performance Indikatoren für erfolgreiche Facebook Seiten

Viele Unternehmen sind mittlerweile auf Facebook vertreten. Ob große oder kleine Unternehmen, die meisten Verantwortlichen für Facebook Seiten rennen einer Kennziffer hinterher: die Anzahl der Fans. Diese Kennziffer, auch Key Performance Indikator (KPI) genannt, ist der aktuelle heilige Gral der Social Media Verantwortlichen in Großunternehmen und der Auftritte kleiner und mittlere Unternehmen.

Die fokussierte Jagd nach mehr Fans führt zu grotesken Angeboten. Ob reiner Fankauf angeboten wird oder im Komplettpaket mit Facebook Apps gleich die Fans dazu verkauft werden, die Anzahl der Fans ist das Maß aller Dinge. Dienstleister müssen sich an der Zahl der neu gewonnenen Fans messen lassen, dem Primärziel vieler beauftragter Kampagnen und Auftritte.

Die Fanzahl ist nicht das Maß aller Facebook Dinge

Viele Facebook Seitenbetreiber veranstalten Gewinnspiele. Die dadurch gewonnenen Fans, welche durch die Teilnahme erzwungenermaßen auf “gefällt mir” klicken müssen, sind in sehr vielen Fällen spätere Karteileichen. Sie werden in den seltensten Fällen mit der Seite oder dem Markeninhaber kommunizieren, sie wollen nur die ausgelobten Preise gewinnen. Gekaufte Fans sind aus den gleichen Gründen völlig sinnlos.

Fans alleine reichen nicht

Mögliche andere Key Perfomance Indikatoren als die Anzahl der Fans

1. “Sprechen darüber”

Informationen über diesen Wert werden von Facebook in den Statistiken der Facebook Seiten selbst geliefert. Seitenbetreiber sehen den Wert auf der Seite und erhalten bei Klick darauf weitere Auswertungen dazu. Dieser Wert zeigt an wieviele User der Facebook Seite im Zeitraum von sieben Tagen mit der Seite interagiert haben. Interaktionen sind beispielsweise Kommentare, Shares oder Likes. Da auch die Anzahl neuer Fans in den Wert mit hinein gerechnet wird, eignet sich dieser nicht zu hundert Prozent um die echte Seitenperformance auszudrücken. Es ist jedoch ein sinnvoller Richtwert.

2. Reichweite

Je mehr Leser durch Botschaften der Facebook Seite erreicht werden, um so besser für den Seitenbetreiber. Auch hier bietet Facebook Auswertungen für Seitenbetreiber an um die Reichweite erkennen zu können. Da die Anzahl der Leser deutlich höher sein kann als die Zahl der Fans ist dies ein sehr interessanter Wert. Facebook Seitenbetreiber sollten sich also das Ziel setzen, regelmässig Beiträge mit hoher Reichweite zu publizieren.

Reichweite von Facebook Postings

3. Posts mit relevantem Inhalt pro Tag

Um zu ermitteln wie häufig auf einer Facebook Seite gepostet werden sollte ist es im ersten Schritt sinnvoll, sich die Facebook Seiten der Mitbewerber und deren damit erzielte Interaktionen anzusehen. Da nicht jeder Post von jedem Fan gelesen wird, ist ein Post am Tag ein realistisches Minimalziel um Reichweite aufzubauen.

4. Trafficzahlen zur Homepage oder zum Onlineshop

Sehr gut messbar durch den Einsatz von Tools wie Google Analytics, Piwik, Econda und anderen ist der Traffic, welcher von der Facebook Seite auf die Homepage oder den Onlineshop geleitet wird. Wer diese Tools nicht einsetzen möchte, kann auch URL Shortener für die geposteten Links verwenden. Die meisten URL Shortener bringen eine Auswertung der erzielten Klicks mit. Dieser erzeugte Traffic ist zudem ein Indikator auf die Interaktionen der Fans mit den veröffentlichten Beiträgen.

5. Conversionrate des umgeleiteten Traffics

Als Erweiterung der 4. Möglichkeit sollte nicht nur der reine Traffic betrachtet werden, sondern dort wo es möglich ist, auch die durch den Traffic erzielte Conversion. Gemessen werden sollte wieviele von den umgeleiteten Fans haben im Onlineshop etwas gekauft oder andere Ziele erfüllt? Wieviele Leads wurden generiert? Die Festlegung eines Zielwertes hierfür ist ein sehr guter KPI und bedingt im Nachgang eine Strategie für zielgerichtete Postings auf der Facebook Seite.

6. Anzahl der Statusbeiträge Dritter über das eigene Produkt oder die Marke

Expertenmeinungen sind heute meistens weniger beliebt als die Stimme der Vielen. Ein Ziel kann es daher sein, Fans dazu zu bewegen, selber Statusmeldungen über das Produkt, die Seite oder die Marke verfassen zu lassen. Da diese Statusmeldungen direkt die verbundenen Freunde erreichen, ist die Erhöhung der Reichweite sehr wahrscheinlich. Die Festlegung eines Zieles hierfür ist sinnvoll. Auch dieses Ziel kann nur erreicht werden, in dem zielgerichteter Content veröffentlicht wird. Mit interaktiven Facebook Apps können Shares initiiert werden, welche von den Freunden der Freunde gesehen werden.

7. Anzahl der übermittelten Verbesserungsvorschläge

Wie zufrieden sind die Fans der Seite mit Ihrem Produkt, den gebotenen Informationen, Ihrer Marke? Einfach Fans fragen und diese freundlich um Verbesserungsvorschläge bitten. Das definierte Ziel könnte sein, dass x Verbesserungsvorschläge im Zeitraum y eingehen sollten.

8. Anzahl der Freunde der vorhandenen Fans

Es ist interessant, Fans zu haben welche viele eigene Freunde haben. Diese durch Inhalte dazu zu bewegen zu interagieren, hat deutliche Reichweitensteigerung zur Folge. Das Ziel sollte somit sein, reichweitenstarke Fans zu gewinnen. Hierzu können Tools helfen um diese einzelnen Personen zu finden und gezielt durch Aktivitäten zu umwerben.

9. Häufigkeit der App Aufrufe auf der Facebook Seite

Mit vielen Tools lässt sich die Facebook Seite um Inhalte erweitern. Diese Inhalte werden in Form von Apps integriert und sind über die App-Buttons direkt von der Facebook Seite aus erreichbar. Diese Reiteraufrufe werden von Facebook selbst gezählt und in den Statistiken ausgewiesen. Hinterlegt der Seitenbetreiber nützliche, interessante Inhalte darin, sollen diese auch wahrgenommen werden. Ein Ziel kann somit sein, die Aufrufe der Apps durch entsprechende Postings im Zeitraum x um y Prozent zu steigern.

10. Erhöhte Viralität

Eine von Facebook ausgewiesene Kennziffer ist die der Viralität. Hierzu ist es notwendig, die Shares von Beiträgen zu forcieren. Je mehr Fans einen Seitenbeitrag teilen, umso höher ist die Viralität denn andere Facebook Benutzer lesen diese geteilten Inhalte. Als Ziel könnte x shares in y Wochen festgelegt werden. Auch dieses Ziel ist nur durch entsprechend konzipierte Beiträge von hoher Qualität zu erreichen.

Viralität von Facebook Beiträgen

Fazit:

Es gibt für Facebook Seitenbetreiber viele Möglichkeiten Ziele zu erreichen die abseits der Fanzahlen liegen. In vielen Fällen sind die oben aufgeführten KPIs und deren zu Grunde liegende Interaktion effektiver. Fans ohne Interaktionen nützen nichts. Daher sollten die veröffentlichten Inhalte auf der Facebook Seite stets auf Interaktion ausgerichtet werden.

Torsten

Gründer und Inhaber der Internetagentur numero2, zertifizierter Social Media Manager und Social Media Enthusiast. Verfügbar auf (fast) allen Social Media Plattformen. Spezialist für digitales Marketing und Kampagnen.

Kommentare

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  • Herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel. Es ist auch mir ein großes Bedürfnis, Ihren Content zu bestätigen. In letzter Zeit schmücken sich immer mehr mit Mengen an Fans, aber die eigentlichen Interaktionen lassen zu wünschen übrig.

    In letzter Zeit begegnen mir immer mehr Fan-Pages auch von KMU, die kurzfristig den Erfolg haben wollen, aber langfristig die Beschädigung der eigentlichen Marke nicht erkennen. Hier heißt es Aufklärungsarbeit leisten und das machen Sie mit Ihrem Artikel sehr, sehr gut.

    Beste Grüße aus Hannover,

    Matthias Schultze

  • Hallo, Torsten,

    der Artikel *gefällt*. Wen interessiert schon Reichweite, relevante Reichweite ist das Stichwort. Wer sich isoliert nur für Reichweite interessiert, hat bei der Bäckerblume oder Apothekenumschau bessere Werte…

    Ähnlich ist es auch den Printmedien ergangen: Bis Ender der 80er waren die mit Abstand teuersten Printanzeigen in der ADAC Motorwelt. Anfang der 90er kam immer mehr Statistik ins Spiel und die Erkenntnis, dass die Schrotflinte im MArketing nicht immer sinnvoll ist, Anzeigen wurden mehr und mehr getargeted (Ist diese Denglischform legitim?). Die Situation ist, wie ich finde, übertragbar: Im ersten Step zählten „Follower“ pur, was sich aber (auch dank Edgerank) langsam ändert.

    lG
    Stephan

  • Der Artikel spiegelt wesentliche Punkte für Marketing-Verantwortliche. Es sind die Inhalte, die Menschen reflektieren, etwas was viele auf Facebook leider zu selten beherzigen. Mal enfach ausgedrückt: Poste ich Müll, bekomme ich ihn als Antwort zurück. Poste ich Inspiration, erhalte ich Kreativität als Geschenk.

  • sehr guter Artikel!
    Viele haben noch nicht verstanden, dass der Dialog zwischen Fans und Unternehmen wertvolle Möglichkeiten eröffnet, nicht die Einwegkommunikation von Unternehmen zu Fans.

    • Da bedingt durch die Facebook Filter nicht jeder Post alle Fans erreichen kann, ist es für die Reichweite sinnvoll. Es kommt aber auf Branche und Business an, da stimme ich zu. Bei B2C Seiten ist es sicher einfacher und sinnvoller als bei B2B Seiten, die oft genug ein allgemeines Contentproblem haben.

  • Hallo Torsten,

    vielen Dank die strukturierte Darstellung. Was ich mir noch ergänzend wünsche, ist die Benennung z.B. von den angesprochenen Tools & Apps:

    Punkt 6: Mit interaktiven Facebook Apps können Shares initiiert werden….
    Punkt 9:Mit vielen Tools lässt sich die Facebook Seite um Inhalte erweitern.

    Bei der Quantität zu den Fans sage ich, wie bei meiner Arbeit: Lieber Klasse statt Masse. Und doch ist der wöchentliche Statusbericht von Facebook so, als ob mir ein Oberlehrer auf die Finger klopft:)

    • Hallo Karin,
      da gibt es eine große Auswahl an Tools die das ermöglichen.
      Es gibt z.B. yourfans, zadego, halalati, werbeboten und mein Favorit weil es von mir kommt, http://www.fanpage-generator.de

      Da alle genannten Tools Testzugänge ermöglichen, kann man gut sein liebstes Tool finden. Mit allen kannst Du Apps erstellen, welche Shares generieren und mehr Inhalte auf der Facebook Seite publizieren.

Social Media Marketing Blog für Unternehmen

Informationen, wenn neue Beiträge erscheinen